German Beauty

Oh, in was für einer Welt wir doch leben! Einer Welt der Möglichkeiten. Der Entdeckungen. Der politischen Schönheit!

Wir hashtaggen einen fairen Umgang miteinander, liken Fettakzeptanz und feiern notjustsad, wir ficken keine Nazis, dafür aber allzeit Antifanten, und wir sind so arschgeil tolerant, dass der einzige Grund für unsere verdächtige Bräune unser leidenschaftliches Herumkriechen im Enddarm unseres nicht-christlichen Nächsten ist… Niemals aber politisch inkorrektes Gedankengut.

Da fällt mir ein: Der gutmenschige Antifantenfan von Usedom, der die 18-jährige Maria mitsamt ihres ungeborenen Kindes ermordet hat, sollte bravem Linksgrün-Sprech zufolge im Fall einer Verurteilung sicherlich ebenso mit Mitgefühl überhäuft werden wie der Mörder von Chemnitz, dessen neunjährige Haftstrafe laut Spiegel ein regelrechtes Verbrechen an der Menschlichkeit darstellt, hm? »Ein schwarzer Tag für den Rechtsstaat.« Nun, der 26. August 2018 war in erster Linie für den Chemnitzer Daniel Hillig ein finsterer Tag – aber wen interessiert das schon im Kampf gegen das böse Rechts?

Ein Mord? Opfer hierbei sind heute doch nicht etwa mehr die Toten oder deren Angehörige. Unsinn! Opfer sind die Täter. Die armen, traumatisierten, psychisch kranken Täter. Baut ihnen Denkmäler! Und pisst auf die Gräber derer, die von ihnen aus dem Leben gerissen wurden. Es gibt genug Marias auf der Welt – Hauptsache, ihr Henker hatte ein trendy FCK AFD auf seinem Facebook-Profilbild prangen! Das zeigt Haltung. Alles richtig gemacht!

Derweil masturbieren die deutschen Grünlinge auf die Bilder eines wandelnden Flechtzöpfchens wie auf Poster von Dieter Bohlens neuesten Popstars. Sie liken das jugendliche Marketinginstrument namens Greta wie Katzenvideos und Ryan Gosling-Memes. Denn das einzige Problem, das durch die neblige Leere ihrer Köpfe wabert? Klima. Mit jedem Gretchen-Like retten sie die Welt. Ganz bestimmt!

Dass sie ihre fetten Ärsche nur im mit politisch korrekten Stickern beklebten und mit kindischen Sitzbezügen ausgestatteten Pussykraftwagen von A nach B oder zum Flughafen gen Malle-Urlaub wuchten können (oder wollen), dass sie plastikverpackte Veggieschnitzel nicht halb so gern fressen wie die pseudohippe Scheiße von McDonald’s, weil die Selbstversorgungskünste schon mit der Zubereitung einer 5-Minuten-Terrine erschöpft sind, und dass allgemein das ökologische Verständnis dieses humanoiden Bio-Abfalls dem eines 3-Jährigen entspricht? Vernachlässigbar. Der Standard-Klimahüpfer ist kognitiv bereits mit dem Gehalt der kindgerecht vorverdauten und in haltungskompatible Stückchen geschnittenen Tagesschau überfordert – geistigem Bodensatz objektive Informationen anzubieten ist in etwa so als würde ich einer Hauswinkelspinne den Beweis der Konvergenz von Fourierreihen erbringen. Kann man machen. Bringt nur nichts.

Und so verhält es sich heute mit vielem: Man könnte allerhand machen – es bringt nur nichts. Wenn Vernunft und Verständigkeit so out, so gestrig, so böse sind… Nun denn. So können wir uns doch schlussendlich ohnehin zurücklehnen und auf den Showdown warten. Wie immer der auch genau aussehen mag. Wir leben in einer Welt der Möglichkeiten, hm?

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