Selbstbewusst werden

Wer mental unterm Teppich geht, mutiert nicht nur zum Punchingball für seine Mitmenschen. Er bremst sich auch selbst aus – in allem, was er tut. 

Wieso? Weil Selbstbewusstsein bedeutet, zu wissen, wer man ist – und locker dazu stehen zu können. Wer sich verunsichern lässt, kann gar nicht anders, als vom Weg abzukommen. Da wird nämlich immer jemand sein, der einem das Lenkrad verreißt.

Deswegen ist »Selbstbewusstsein stärken« auch ein so vielfach gehegter Wunsch. 

Ein selbstbewusster Mensch lässt sich nicht reinreden und runtermachen. Er macht sich auch nicht selbst runter. Er tut, was er für richtig hält, ist mutig genug, auch mal Risiken einzugehen und bestimmt selbst, in welche Richtung sein Leben laufen soll.

Tja. Und wie steht’s mit dir? Wer bestimmt dein Leben? Hast du das Selbstbewusstsein, um dich durchzusetzen, deinen Standpunkt zu vertreten und deine eigenen Entscheidungen zu treffen?

Nope? Das ist keine Schande. Hier sind sieben gute Tipps, die dir auf die Sprünge helfen werden!  

1. Lass die Vergangenheit los.

»Damals, vor zwanzig Jahren, als ich beim Laternenzug von allen Kindern am wenigsten Süßigkeiten bekommen habe…« Nein, mal ehrlich: Du musst nicht deine gesamten negativen Erinnerungen löschen, aber bitte hör auf, dich von früheren Misserfolgen und Schicksalsschlägen runterziehen zu lassen. Was zählt, ist das Jetzt. In Maßen auch das Morgen. Aber das Gestern hat keinerlei Recht, in deinem Kopf so verdammt viel Platz einzunehmen. 

Du kannst aus deiner Vergangenheit lernen. Du kannst für dich festhalten, was so niemals wieder passieren soll. Ist okay. 

Was nicht okay ist: Deine Biographie in eine überdimensionale Stahlkugel umfunktionieren, die du fortan am Bein hinter dir her ziehen musst. 

Nur weil etwas damals völlig schief gegangen ist, muss es das nicht wieder tun.

Nur weil du dich früher beschissen gefühlt hast, muss dich dieses Gefühl nicht dein Leben lang verfolgen.

Dass etwas »immer« so gewesen ist, heißt nicht, dass es so bleiben muss. Das heißt nicht, dass du nichts ändern kannst!

2. Setz dir täglich kleine, erreichbare Ziele.

Erfolgserlebnisse sind gut für’s Ego. Egal, wie klein diese Erfolge auch sein mögen. Wer etwas auf die Kette kriegt, entwickelt Vertrauen in seine Fähigkeiten und ein Gefühl von Selbstwirksamkeit. Er checkt, dass er etwas schaffen kann. Und das hilft enorm dabei, aktiv zu werden und sein Leben selbst in die Hand zu nehmen.

Wie oft ertappst du dich bei dem Gedanken, dass du doch eigentlich nur das Opfer des Schicksals / deiner Mitmenschen / all der unglücklichen Umstände in deinem Leben bist? Unser Hang zur Resignation ist eine unserer größten Schwächen. Resignation ist die tiefschwarze Sonnenbrille, die dich blind für Möglichkeiten, alternative Wege und neue Impulse werden lässt. Sie sorgt dafür, dass du auf dem Arsch sitzen bleibst und schmollst, während dein Leben an dir vorbeizieht und ein letztes Mal traurig zum Abschied winkt. Resignation ist Passivität. 

Und Passivität schleift sich ein. Irgendwann kommen wir da nur noch unter größter Anstrengung wieder heraus. Weil wir unser Autopilot-Leben viel zu sehr gewöhnt sind. Und Gewohnheiten sind bequem. 

Mit kleinen Zielen und Vorhaben im Alltag baust du dir Sprungbretter in ein selbstbestimmteres Leben. Erstens wirst du wieder dein eigener Steuermann: Du gehst etwas an, du handelst, anstatt tatenlos zu versauern. Zweitens kommst du den Dingen, die du dir vornimmst, mit jedem Tag ein bisschen näher. Diese kleinen Schritte werden früher oder später zu etwas Großem, auf das du verdammt stolz sein kannst!

3. Geh aufrecht durch’s Leben. 

Hast du mal auf deine Körpersprache geachtet, wenn’s dir so richtig dreckig ging? 

Ich schon. Mein Rücken biegt sich dann wie eine ausgeleierte Ziehharmonika und ich laufe so entsetzlich vornübergebeugt, dass meine Fingerspitzen beim Umhertrotten eigentlich schon den Boden streifen müssten. 

Das sieht nicht nur bescheuert aus – es ist auch ein klares Signal an meine Mitmenschen, dass ich gerade viel zu fertig mit der Welt bin, als dass ich für mich selbst oder irgendeine Sache wirklich einstehen könnte. 

Ist das erstrebenswert? Nope.

Mops
Möp.

Körpersprache ist im Alltag mindestens so wichtig wie das gesprochene Wort. Der allererste Eindruck eines Gegenübers steht bei uns schon lange, bevor der Mensch den Mund aufmacht. 

Nicht nur, dass du durch offene Körperhaltung und ein freundliches Lächeln sehr schnell positiv bei deinen Artgenossen abgespeichert wirst. Wer körperlich präsent ist, wird auch wahrgenommen. Hockst du mit Rundrücken wie ein Häufchen Elend auf deinem Stuhl und gibst dir Mühe, mit dem Sitz zu verschmelzen, dann brauchst du dich nicht wundern, wenn deine Mitmenschen dich übergehen. Steh und sitz gerade, lass den Kopf oben, nimm die Hände aus den Taschen und setz auf Blickkontakt! So überzeugst du nicht nur andere von dir – über Veränderungen der Körpersprache ändern wir auch unsere Wahrnehmung von uns selbst!

4. Vergleich dich nicht mit anderen.

»Die Emma von gegenüber hat aber…!« 

Wir haben alle unterschiedliche Geschichten. Vergleiche ziehen uns die meiste Zeit nur runter: Sei es, dass man gefrustet auf die Pace des Marathonläufers schielt, wenn man selbst gerade den ersten Kilometer seines Lebens gejoggt ist oder sein Gehalt im Sozialberuf mit dem des Kumpels in der Wirtschaft gegenüberstellt. Wir sind Individuen, sind alle verschiedene Wege gegangen und haben alle unterschiedliche Prioritäten im Leben gesetzt. 

Ärger dich nicht, wenn jemand anders vermeintlich besser dran ist als du. Vielleicht vergleicht genau dieser Mensch sich in anderen Lebensbereichen mit dir und verzweifelt darüber. Helfen tut’s euch beiden nicht!

5. Wenn du dagegen bist: Sag’s. 

»Ja und Amen« zu sagen mag dich vorm einen oder anderen Konflikt bewahren… Dich wie ein Blatt im Wind zu verhalten und deine Meinung anderen anzupassen wird dir allerdings früher oder später aufs Gemüt schlagen. Das Vertreten eines Standpunktes wirkt nicht nur selbstsicherer auf unser Gegenüber: Es besteht auch immer die Chance, dass du durch deine Diskussion etwas zum Positiven verändern kannst. Das gibt deinem Selbstbewusstsein garantiert einen angenehmen Schubs – und ganz nebenbei werden deine Mitmenschen dir auch mehr Respekt entgegenbringen. 

Plus: Wir bereuen viel häufiger, etwas nicht gesagt zu haben, als dass wir uns wünschen, wirklich die Klappe gehalten zu haben! 

6. Kümmer dich um dich selbst.

Selbstfürsorge ist unabdingbar für dein Wohlbefinden. Dich selbst als wertvollen Menschen zu behandeln pusht nicht nur dein Selbstwertgefühl: Wer Körper und Seele pflegt und dafür sorgt, dass er fit und gesund ist, hat auch auf andere eine viel bessere Wirkung. Wir alle mögen schließlich Dinge und Lebewesen, die nett anzuschauen sind und gut riechen. Und wenn wir unseren Wert vor anderen klar vertreten, Zeit für uns selbst einfordern und unser Wohlbefinden in den Fokus stellen, setzt das auch für unser Umfeld klare Signale!

Aeffchen
Frisur sitzt!

7. Umgib dich mit positiven Menschen. 

Auch wenn es ihnen oft nicht bewusst ist: Manche Menschen sind wahre Energiesauger und rauben einem durch ihren eingeschränkten Horizont verdammt viel Kraft. Es ist jedermanns Recht, hier ein bisschen auf Abstand zu gehen. Nicht jede Gesellschaft tut einem gut – und gerade wer selbst an etwas zu knabbern hat, braucht eher solche Artgenossen um sich, die ihn aufbauen und ihm die Sonne zeigen. 

Wir sind nicht dafür geschaffen, alles mit uns selbst auszumachen. Offene, positive Menschen können allein durch ihr Gemüt und die Energie, die sie ausstrahlen, wahre Lebensretter sein. Häufig färbt ihr Blick für das Gute im Menschen ab und man entwickelt automatisch selbst wieder ein Bewusstsein dafür, was an anderen (und an einem selbst!) schön und wertvoll ist. Es ist auch keine Schande, sich in dunklen Momenten voller Selbstzweifel einen Freund zu schnappen, der einem mal konkret aufzählt, warum genau er einen schätzt! 


2 Kommentare zu “Selbstbewusst werden – 7 Tipps für mehr Selbstbewusstsein”

  1. diese punkte kann ich wirklich alle unterschreiben. besonders spannend finde ich das thema mit der körperhaltung. das war mir nämlich selbst lange überhaupt nicht bewusst, was das für einen einfluss hat und wieviel veränderung das bringt. und dass das vor allem auch eine relativ kleine geste ist, die man auch schaffen kann, wenn man grade total am boden ist.

    1. Jep, genau das rettet einem nämlich manchmal echt den Pelz – die Haltung korrigieren schafft man meist auch dann noch, wenn’s einem total bescheiden geht! Hat bei mir leider auch lang gedauert, bis ich’s gemerkt hab, aber besser spät als nie…

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