Wordpress selber hosten

Es gibt Milliarden Blogs in den Weiten des World Wide Web. Viel zu viele, als dass man sie alle lesen könnte. Oder wollte. Oder überhaupt sollte.

So wie du anhand bestimmter Kriterien entscheidest, ob du einem Blog eine Chance gibst, tun das auch deine Leser. Es ist wie so oft im Leben: Der erste Eindruck zählt. Vergeigst du den, hast du verloren. 

Drückt dir jemand den »nope«-Stempel auf, wird er auf deinen Bloglink in Zukunft allerhöchstens noch aus Versehen klicken. Weil da so wahnsinnig viele andere sind, die noch keine Erwartungen enttäuscht haben. Lieber denen eine Chance geben als hoffen, dass eine alte Kamelle zufälligerweise die Kurve gekriegt hat. Das ist typisch Mensch. Wir haben ja auch nicht ewig Zeit, ne?

Und, hey: Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Blog, den man mal doof fand, plötzlich voll den eigenen Geschmack trifft… Die ist auch gering.

Für etwas erfahrenere Leser hat der erste Faktor für oder wider deinen Blog weder mit seinem Namen noch mit dem Layout noch irgendwie mit deinen Inhalten zu tun. Das erste Pro oder Kontra sammelst du mit deiner Domain.

Top Level oder Subdomain?

Das allererste, was dein potenzieller Leser von deiner Arbeit sieht, ist die Adresse deines Blogs. Das https-Doppelpunkt-Slash-Konstrukt in der Browserzeile.

Sicherlich gibt der Name deines Babys erste Hints, ob der Inhalt nun spannend für jemanden ist oder nicht. Er ist aber noch kein wirkliches Qualitätsmerkmal. Deine Domain dagegen? Die ist ein echtes Aushängeschild. Die zeigt nicht nur, wie viel dir dein Blog wert ist – Leser schließen daraus auch darauf, wie viel der Blog für die Allgemeinheit wert ist. Für ihn selbst. 

Du hast entweder eine Top Level Domain. De. Org. Com. Was Kurzes, Wohlklingendes. Ein eigenes Haus. Mit Garten. Und Pool. So eine richtige VIP-Villa. Die haben gutes Essen, einen riesigen Fernseher, alle Entertainment-Systeme auf diesem Planeten und Luxus-Massagesessel zum Chillen. Maximal einladend!

Oder es ist eine Subdomain. Von Google alias Blogger. Von WordPress. Von wasauchimmer. Eine schuhkartongroße Butze in einem vollgestopften 1.000 Parteien-Haus. Alle Wohnungen haben denselben Schnitt. Individualität? Null. Haben die Bewohner dieses Haus die Möglichkeiten, ihrem Besucher einen leckeren Cocktail aufzutischen? Kaviar? Buffet? Playstation 4? Roter Teppich? Eher nicht.

Welchen Link klickst du lieber? Welche Bude willst du dir ansehen?

Legebatterie
Äh… Ne, danke.

»Aber es gibt voll tolle Blogs bei Blogger und voll miese mit de-Domain!«

Klar. Das Ding ist: Deine Domain ist dein Etikett. Dein Preisschild. Menschen mögen wertvolle Dinge. Und jeder weiß, dass man einen Blog bei WordPress für 0,00 € in höchstens zwei Minuten erstellen kann. Verdammt viele haben selbst so ein Teil. Und das lesen außer ihnen vielleicht noch ihr Ehepartner und die eigene Mutter – das war’s dann aber auch.

Eine .de-Domain dagegen? Die kaufen sich Leute, die’s ernst meinen. Das kostet Geld. Da wird investiert. Hier steckt etwas dahinter. 

Dass es Blogs mit Top Level Domain und grottigem Inhalt gibt, zeigt letztendlich nur, dass die TLD zum Standard wird. Selbst Leute, die viel wollen und nichts können nehmen für ihren Blog Geld in die Hand. 

Willst du da wirklich mit deinem klapprigen »sponsored by Google«-Ikearegal um die Ecke kommen?

Was kostet Webhosting?

Es ist nicht so, als würden Webhosting und Top Level Domain die Welt kosten.

Wer halbwegs Ahnung von dem hat, was er tut, bekommt beispielsweise mit 1Blu* verdammt günstiges Hosting mit Domain und allem, was ein Blog so braucht. Wenn’s kein Performance-Paket für knappe 9 Euro sein soll, kommst du hier sogar mit schlappen 3,29 Euro monatlich schon ziemlich weit.

Ein bisschen teurer und ein bisschen bekannter gefällig? Schau bei 1&1*: Der Unlimited-Vertrag im WordPress-Hosting kostet dich 10 Öcken im Monat. Hier hast du professionellen WordPress-Support sowie einige Vorinstallationen mit inbegriffen. Um WordPress-Updates musst du dich auch nicht kümmern!

Spar dir monatlich ein bis zwei Starbucks-Besuche und du hast die Kohle. Wenn du deinen Blog gut aufziehst, holst du dieses Geld ohnehin problemlos wieder rein!

  • SSL-Zertifikat inbegriffen
  • PHP 7.2
  • 2 Domains inklusive
  • 80 GB Speicher (+75 GB)
  • unbegrenzte MySQL Datenbanken
  • Cron Jobs
  • unbegrenzter Traffic

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  • 5 WordPress Seiten
  • SSL Zertifikat
  • 2 Domains für 12 Monate kostenlos
  • 250 GB Speicher
  • spezieller WordPress-Support
  • vorinstallierte Plugins
  • unbegrenzter Traffic

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Starbucks
Deine monatlichen Blogkosten.

Ein Hoch auf die Unabhängigkeit

Es ist nämlich so: Das, wofür du zahlst, gehört dir. Einen selbst gehosteten WordPress-Blog kannst du ummodeln wie du möchtest. Du kannst dich aus dem riesigen Fundus an Plugins bedienen, die für das System erhältlich sind. Du kannst eigene Themes programmieren. Dein Blog läuft völlig werbefrei – es sei denn, du entscheidest dich, welche zu schalten. Die kommt dann dir zu Gute – nicht irgendeinem Anbieter, der dich ohnehin in deinen Freiheiten beschneidet und mit Pech noch deine Besucher zuspamt. 

Dass dein Blog dir allein gehört, merken deine ungeübten Besucher nicht unbedingt sofort (kundige Internet-User erkennen es auf der Stelle, glaub mir). Die sehen die Domain, okay – manche schalten allerdings auch eine TLD auf ihren fremdgehosteten Blog bei Anbieter XY. Im gesamten Handling macht sich der geringe Mehraufwand der eigenen Installation eines Content Management Systems für dich allerdings bezahlt. Du hast die volle Kontrolle. Solange du deine Gebühren zahlst, besteht auch dein Blog. Ein fremder Anbieter kann dir von einem Tag auf den anderen wegbrechen. Neue Gesetze, Insolvenz, was auch immer – bäm, plötzlich sind die Pforten dicht. Dein Blog gelöscht. Und du guckst in die Röhre. Inhalte weg. Besucher weg. Alles weg. 

Und nein, Technikphobie ist keine Ausrede. Viele Hoster bieten dir ohnehin schon von Haus aus eine 1-Klick-Wordpress-Installation an. Und selbst, wenn du selbst Hand anlegst: WordPress ist extrem einfach zu handhaben. Selbst wenn du in puncto Datenbanken und php völlig auf dem Schlauch stehst, gibt es etliche Tutorials, die dich an die Hand nehmen und Schritt für Schritt durch das Setup führen. 

Wenn du auch nur einen Funken Professionalität in dein Blogging-Projekt einbringen willst: Lies dich schlau. Zieh dir die Basics rein. Du musst dafür kein IT-Fachmann sein, versprochen! 

»Aber ich will doch nur mal gucken…«

Willst du online Tagebuch führen und dein Mittagessen für Mama posten: Bitte, nimm Blogger und Co. Aber wenn du mit dem Gedanken spielst, einen Blog mit Mehrwert aufzubauen, wirklich Herzblut hineinzustecken und eventuell noch ein paar Euro dazuzuverdienen: Mach’s lieber gleich richtig. Ein späterer Umzug ist unnötige Fummelei. Entweder du willst etwas durchziehen, oder du lässt es.

»Tu es oder tu es nicht. Es gibt kein Versuchen!«

(Yoda, wir wollen ein Kind von dir!)

Das Gute an der Hosting-Investition ist: Sie baut genau das richtige Maß an Druck auf. Kosten sind ein starker Motivator. Du bleibst eher bei der Stange, weil deine eigene Wertschätzung eine andere ist. Obendrein ist dein größeres Engagement auch nach außen hin sichtbar: Viele Leser schätzen deine Arbeit dadurch ebenfalls automatisch höher ein. 

Ja, das ist oberflächlich. Unter Umständen sind das sogar Vorschusslorbeeren, die gar nicht angebracht sind. Aber wir sind gemeinhin oberflächlich. Wir mögen akademische Titel, wir mögen teure Autos und wir mögen Top Level Domains. Die inneren Werte eines verrosteten Fiat Panda von 1999 mit der Lupe zu suchen ist uns schlichtweg zu anstrengend.

Also, wie sieht’s aus? Ist dein Blog schon deins oder wohnst du noch in der Legebatterie? 

Auf einen Blick – WordPress selbst hosten:
Ja oder nein?

  • Deins bleibt deins – dein Content ist sicher und du hast Backups und Co. selbst in der Hand
  • Dein Blog wirkt um ein Vielfaches professioneller und du wirst ernster genommen
  • Du kannst dein Theme anpassen und umschreiben wie du willst – ganz so, wie du es brauchst
  • Du hast die freie Auswahl an Plugins
  • Keine nervige Werbung für deine Besucher, auf die du keinen Einfluss hast!
  • Individualität: Wer die Kontrolle hat, kann sich aus der Masse hervortun
  • Webhosting ist nicht teuer!

  • Wenn du um’s Verrecken nicht wissen willst, wie dein Blog funktioniert: Beim Fremdanbieter hast du auf die Technik keinerlei Einfluss und musst (und kannst) dich um nichts kümmern
  • Dein Blog ist für dich kostenlos.

*: Bei so gekennzeichneten Links handelt es sich um Affilate-Links.

2 Kommentare zu “WordPress selbst hosten: Ja oder nein?”

    1. Danke dir! Die wenigen pro-free-Argumente sehe ich tatsächlich nur für absolute Hobby-Blogger als relevant. Wenn ich nur ein bisschen Tagebuch führen und mit Freunden Bilder teilen will, muss ich nichts investieren, da sind kostenlose Anbieter wirklich praktisch!

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